Heute stellen wir euch Eva Krämer vor – die rheinische Frohnatur aus dem Schneideratelier

Eva Krämer

Wir haben in unserem Haus ja auch ein großes Schneideratelier. Damit können wir unseren Kunden den Service bieten, ihre neu erworbene Kleidung fachgerecht und schnell ändern zu lassen, wenn mal etwas nicht sofort richtig passt. Hier arbeiten viele fleißige Schneiderinnen und Schneider und eine davon ist unsere Schneidermeisterin Eva Krämer, die auch für die Ausbildung unserer Lehrlinge verantwortlich ist. Damit ihr nun einen Einblick bekommen könnt, wie der Arbeitsalltag von Eva aussieht, haben wir ihr mal ein paar Fragen gestellt.

Seit wann bist Du bei Laue und was genau sind Deine Aufgaben?

Ich bin ganz genau seit dem 14. April 2009 hier. Ich erinnere mich noch so genau, denn es war der Dienstag nach Ostern, in einer Phase, wo ja hier immer besonders viel los ist. Auch an diesem Tag war richtig viel zu tun. Als der Tag dann rum war, sagte die Chefin zu mir, ich bräuchte keine Probezeit mehr, denn wer diesen Tag überstanden hat, der kann auch bleiben. Ich kannte Laue allerdings schon vorher, denn meinen ersten Arbeitsvertrag bekam ich bereits im Winter 1982 und blieb dann für 11 Monate. Im Juni 1983 machte ich mich dann als Schneiderin selbstständig und hatte über 13 Jahre mein eigenes Schneideratelier.

Und wie bist Du nach Tellingstedt gekommen?

Ursprünglich komme ich ja vom Niederrhein, aber da ich nicht wollte, dass meine später geplanten Kinder im Kohlenpott groß werden, bin ich in den Norden gezogen. Wir waren hier vorher schon ein paar Mal zu Besuch und ich liebe das Meer. Mein Bruder wohnte schon im Norden und die Gegend gefiel uns immer sehr gut. Der Plan mit den Kindern ist auch aufgegangen, denn ich habe heute zwei Kinder. Mein Sohn Erik wird 28 und meine Tochter Anna Lena wird 26 Jahre alt. Anna Lena ist sehr reiselustig und lebt jetzt in Australien, Erik wohnt gleich bei uns um die Ecke.

Wie bist Du zu Deinem Beruf gekommen?

Ich wollte schon immer Schneiderin werden, denn ich komme auch aus einer Schneiderfamilie. Meine Großmutter hatte ein Putzmachergeschäft in Egeln. Witzigerweise in dem kleinen Ort, in dem Hans Laue, Ehemann von Grete Laue, der Gründerin von Laue Festgarderobe, auch gerne die Ferien verbrachte. Als Kind bekam ich meine erste Nähmaschine, zur Konfirmation dann die erste große Nähmaschine. Später ging ich in die Lehre in einen Zwischenmeisterbetrieb, wo Abendkleider hergestellt wurden. Anschließend brachte ich die drei Gesellenjahre hinter mich. Danach arbeitete ich ein Jahr lang in einem Maßschneiderbetrieb in Duisburg. In Düsseldorf legte ich schließlich meine Meisterprüfung ab und wurde im NRW Landesentscheid mit 22 Jahren die jüngste Schneidermeisterin.

Wie sieht Dein typischer Arbeitsalltag aus?

Ich komme morgens um 9 und schau erstmal, was gerade anliegt, was ich noch zu tun habe und was unsere Lehrlinge machen. Ich bin ja hier auch für die Ausbildung und Qualifikation zuständig. Und wenn ich noch einen Praktikanten neben mir sitzen habe, gebe ich ihm Aufgaben und prüfe, ob dieser Talent zum Nähen mitbringt und unseren Anforderungen entspricht. Mit Nele haben wir ja bereits eine Auszubildende als Jahrgangsbeste durchgebracht und auch Svea, Madita und Lisann machen ihre Sache sehr gut.

Was schätzt Du besonders an Laue?

Was ich am Arbeitsumfeld wirklich schätze – und das ist tatsächlich so und kein Geschleime – ist die familiäre Atmosphäre. Man hat hier wirklich das Gefühl, dass jeder dazu gehört. Ach, und dass wir immer so schön zusammen feiern. 🙂 Außerdem gefällt mir, dass meine Arbeit so abwechslungsreich ist und ich nicht nur an der Nähmaschine sitze. Ich habe auch mit Kunden zu tun, stecke Kleider ab und kann zwischendurch mit verkaufen, wenn Not am Mann ist. Im Team gefällt mir die Mischung aus Jung und Alt, aber auch dem internationalen Element. Das ergänzt sich gut und hält uns alle jung.

Gibt es ein besonderes Kundenerlebnis, an das Du Dich erinnerst?

Da gibt es mehrere, aber das witzigste Erlebnis war, dass mal ein junges Mädchen ein Kleid absichtlich verkehrt herum anzog. Sie sagte dann zu mir, dass es nur schade wäre, dass das Kleid hinten nicht tief genug ausgeschnitten war. Ich holte einfach die Schere und habe ihr einen Ausschnitt bis zur Taille reingeschnitten und sie war glücklich. Weil das Kleid aus Jerseystoff gemacht war und keine Brustabnäher hatte, konnte man es auch bedenkenlos verkehrt herum tragen.

Was machst Du, wenn Du mal nicht arbeitest?

Ich baue gern Häuser um, genau wie die Chefin. 🙂 Wir haben jetzt das dritte Haus, zwei haben wir schon komplett umgebaut. Jetzt bei dem dritten machen wir nur ein paar Verschönerungsarbeiten, im Alter will man das irgendwann nicht mehr. Außerdem fahre ich gern mit dem Rad und ich liebe das Meer, denn deshalb bin ich ja auch hier. Ach ja – und ich sammle Elefanten in jeglicher Art und Form und Fingerhüte aus aller Herren Länder.

Hast Du noch einen ganz großen Traum?

Wenn die Fliegerei nicht wäre, würde ich gern die ganze Welt bereisen. Aber ich könnte mir auch vorstellen mit dem Wohnmobil im Rentenalter durch die Gegend zu fahren. Ich bin ja auch ein fester Bestandteil der Laue-Reisegruppe und war schon mit den Kolleginnen in Bulgarien und Ägypten. Dieses Jahr werde ich es aber wohl leider nicht schaffen, mitzufahren. Für die Reise nach Australien muss ich ein bisschen sparen. Denn meine Tochter wird wohl erstmal nicht wieder hierher kommen. Also werde ich sie besuchen und den langen Flug auf mich nehmen müssen.

  

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